Klettern: Trend oder ernstzunehmender Sport?

Letztes Update 07.07.25

klettern

 

Klettern hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen: vom Nischensport für Abenteurer hin zu einer weltweit beliebten Aktivität. Was früher vor allem Alpinisten begeisterte, ist heute sowohl angesagte Freizeitbeschäftigung als auch anerkannte Sportart mit olympischem Status.

 

Ein kurzer Blick in die Geschichte

 

Die Wurzeln des Kletterns reichen ins 19. Jahrhundert zurück – damals begannen Bergsteiger, die Alpen und das Elbsandsteingebirge gezielt zu erklimmen. Als eigenständige Sportdisziplin entwickelte sich das Klettern jedoch erst in den 1970er- und 80er-Jahren, als sich das Sportklettern vom traditionellen Alpinismus abgrenzte und zunehmend auf Technik, Kraft und Training setzte.

 

Mit der Eröffnung künstlicher Kletterwände in den 1990er-Jahren wurde der Sport auch abseits der Natur zugänglich – wetterunabhängig und mitten in der Stadt. Seit der olympischen Premiere 2021 in Tokio ist das öffentliche Interesse noch weiter gestiegen.

 

Beliebtheit in Deutschland und weltweit

 

In Deutschland zählt der Deutsche Alpenverein (DAV) im Jahr 2024 über 1,4 Millionen Mitglieder – davon rund 40 % Frauen. Besonders beliebt ist das Bouldern: Klettern in Absprunghöhe ohne Seil. Es gilt als niederschwellig, technisch spannend und körperlich fordernd.

 

Ähnliche Trends zeigen sich weltweit: In den USA, Japan, Frankreich und Südkorea entstehen laufend neue Kletterhallen. Internationale Stars wie Janja Garnbret (Slowenien) und Alexander Megos (Deutschland) inspirieren eine neue Generation.

 

Disziplinen im Überblick

 

Klettern ist vielseitig – es gibt mehrere Hauptformen:

 

  • Bouldern: Klettern ohne Seil bis etwa 4,5 m Höhe, mit Matten zur Sicherung. Technisch, kreativ und zugänglich.

  • Sportklettern: Seilgesichertes Klettern an künstlichen oder natürlichen Wänden. Erfordert Kraft, Ausdauer und Technik.

  • Speedklettern: Eine standardisierte Wand wird möglichst schnell erklommen. Eine explosive, spektakuläre Disziplin.

  • Trad- und Alpinklettern: In der Natur, oft mit eigenen Sicherungen. Erfahrungsintensiv und risikoreicher.

Wer klettert?

 

Klettern ist längst kein Elitensport mehr. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter aktiver Kletterer zwischen 25 und 40 Jahren, aber auch Kinder und ältere Menschen finden zunehmend Gefallen daran. Viele Hallen bieten spezielle Kurse für Kinder, Frauen oder Anfänger an – ebenso wie therapeutisches Klettern.

Der Anteil weiblicher Kletterinnen wächst kontinuierlich, ebenso wie das Interesse in urbanen Regionen. Der Sport spricht inzwischen ein sehr breites Publikum an.

 

Warum Klettern so beliebt ist

 

Klettern vereint körperliche Herausforderung, Koordination, Konzentration und mentale Stärke. Gleichzeitig ist es ein sozialer Sport, der allein oder gemeinsam ausgeübt werden kann. Gerade in Städten bietet Indoor-Klettern eine attraktive Möglichkeit, aktiv zu sein, ohne weit reisen zu müssen – nachhaltig, effektiv und spannend.

 

Auch soziale Medien und beeindruckende Filme wie Free Solo oder The Dawn Wall haben dazu beigetragen, Klettern populär zu machen. Visuell spektakulär, emotional intensiv – perfekt für die digitale Aufmerksamkeit.

 

Tipps für den Einstieg – für Kinder und Erwachsene

 

Der Einstieg ist einfacher, als viele denken:

 

  • Kinder können ab etwa 5–6 Jahren an speziellen Kursen teilnehmen, in denen sie spielerisch Technik und Sicherheit lernen.

  • Erwachsene starten am besten mit einem Schnupperkurs oder Einsteigertraining – inklusive Leihmaterial.

  • Ausrüstung: Für den Anfang genügen bequeme Kleidung und Leih-Kletterschuhe. Später folgen Gurt, Chalkbag und Sicherungsgerät.

Wichtig: Sicherheit hat oberste Priorität. Wer mit Seil klettern will, sollte unbedingt einen Sicherungskurs machen.

 

Klettern ist heute weit mehr als ein Trend. Es ist ein ganzheitlicher Sport, der Körper, Geist und Persönlichkeit stärkt. Ob entspanntes Bouldern mit Freunden oder ambitionierter Wettkampfsport – Klettern begeistert und verbindet. Und der Einstieg ist jederzeit möglich – unabhängig von Alter oder Fitness. Der nächste Griff ist nur einen Schritt entfernt.

 

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