Radtourismus im Bikepacking-Stil: Tipps und Routen in Deutschland
Bikepacking ist eine moderne Form des Radtourismus, die Unabhängigkeit, Minimalismus und das intensive Erleben von Natur vereint. Deutschland mit seiner hervorragend ausgebauten Radinfrastruktur bietet ideale Voraussetzungen für diese Art des Reisens.
Was ist Bikepacking?
Im Gegensatz zum klassischen Radtourismus mit großen Packtaschen setzt Bikepacking auf Leichtigkeit und Mobilität. Die gesamte Ausrüstung wird in kompakten Taschen direkt am Rahmen, Lenker und Sattel befestigt. Das verbessert die Fahrdynamik und ermöglicht Touren abseits befestigter Straßen – auf Waldwegen, Schotterpisten und sogar in bergigem Gelände.
Bikepacking richtet sich an Menschen, die aktiv reisen, unabhängig sein möchten und bereit sind, auch abgelegene Routen mit eingeschränkter Infrastruktur zu meistern.
Notwendige Ausrüstung für Bikepacking
Eine gelungene Tour hängt stark von der richtigen Ausrüstung ab. Hier sind die wichtigsten Dinge, die auf keiner Bikepacking-Tour fehlen sollten:
Fahrrad & Technik
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Ein geländetaugliches Rad (MTB, Gravel oder Tourenrad).
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Bikepacking-Taschen: Rahmentasche, Lenkertasche, Satteltasche.
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Beleuchtung (vorne und hinten), idealerweise mit USB-Lademöglichkeit.
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Werkzeugset (Multitool, Flickzeug, Ersatzschlauch, Pumpe, Reifenheber).
Kleidung & Schutz
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Funktionelle Kleidung (z. B. Thermounterwäsche, Radhose, leichte Jacke).
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Regenkleidung (Wasserdichte Jacke, ggf. Überschuhe und Regenhülle).
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Helm, Radhandschuhe, Sonnen- oder Fahrradbrille.












Übernachtung & Alltag
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Leichtes Zelt oder Biwaksack (je nach Route und Wetter), Schlafsack (je nach Saison und Temperatur) und Isomatte.
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Leichte Campingausrüstung: Kocher, Topf, Besteck, Wasserfilter oder -tabletten.
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Kleine Reiseapotheke.
Orientierung & Dokumente
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Navigations-App (z. B. Komoot, BRouter, Outdooractive).
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Voll aufgeladenes Smartphone + Powerbank.
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Ausweis, Versicherungskarte, etwas Bargeld (nicht überall werden Karten akzeptiert).











Beliebte Bikepacking-Routen in Deutschland
Deutschland bietet eine Vielzahl landschaftlich und kulturell abwechslungsreicher Strecken für Bikepacking-Fans. Zu den bekanntesten zählen:
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Rheinradweg (z. B. Bonn – Mainz). Ideal für Einsteiger: gute Wege, kulturelle Highlights, Weinregionen und zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten.
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Schwarzwald. Anspruchsvollere, aber reizvolle Routen durch dichte Wälder, Höhenwege und kleine Dörfer – ideal für Gravelbikes.
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Von Berlin an die Ostsee. Eine abwechslungsreiche Strecke vom urbanen Raum in die Natur und ans Meer – inklusive Geschichte entlang der ehemaligen Berliner Mauer.
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Bayerische Alpen. Für erfahrene Fahrer: Höhenmeter, Panoramen und echte Abenteuer auf Almpfaden, Schotterwegen und Bergpässen.












Praktische Hinweise für unterwegs
- Planung mit Flexibilität. Gute Vorbereitung ist wichtig, aber spontane Entdeckungen machen das Erlebnis oft besonders.
- Realistische Tagesetappen: Für den Einstieg empfehlen sich 60–80 km pro Tag, vor allem bei hügeligem Terrain.
- Minimalistisch, aber nicht spartanisch. Reduzieren Sie auf das Nötigste, aber verzichten Sie nicht auf Komfort wie warme Kleidung oder gute Schlafausrüstung.
- Natur- und Eigentumsrespekt. Wildcampen ist in Deutschland nur eingeschränkt erlaubt – informieren Sie sich vorab oder nutzen Sie offizielle Zeltplätze.
Tipp! Fahrradcheck vor der Abreise. Technische Defekte unterwegs sind oft vermeidbar – Wartung zu Hause spart Nerven auf der Tour.
Bikepacking ist eine intensive und gleichzeitig entschleunigte Art, Deutschland abseits der typischen Touristenpfade zu entdecken. Es verbindet Bewegung, Freiheit und Naturerlebnis mit einer Prise Abenteuer. Wer bereit ist, sich auf Unwägbarkeiten einzulassen und bewusst mit reduzierter Ausrüstung zu reisen, wird mit unvergesslichen Momenten und authentischen Begegnungen belohnt.
Bikepacking ist nicht nur ein Reisestil – es ist eine Haltung gegenüber dem Unterwegssein.